Dienstag, 29. Mai 2012

Beverly 350 einfahren am Großglockner

Irgendwie wollte das Wetter nie so richtig mitspielen in den letzten Wochen als wir wieder mal in gut 2.600 m Höhe übernachten wolten. Vergangenes Wochenende schreckte uns selbst die die durchwachsene Wettervorhersage nicht ab. Unsere beiden neuen Beverly 350 wollten schließlich eingefahren werden.

Am Pfingst-Sonntag ging es los. Übers Chiemgau Richtung Zell am See - Hohe Tauern. Nach gut 100 km - kurz hinter Kössen in einer Linkskurve in Richtung Zell - öffneten wir erst Mal das Topcase für eine Brotzeit. Susanne hatte  gute Käse- und Wurstbrote gemacht, frische Erdbeeren eingepackt, eiskaltes Wasser und heißer Kaffe aus Thermoskannen und ein schattiger Parkplatz - was will man mehr.

Unsere neuen Roller hatten uns in den zwei Tagen rundum begeistert. Echte Touring Maschinen - wirklich das was wir für unsere ausgedehnten Touren haben möchten. Wir waren über unseren spontanen Entschluss vor drei Tagen von Vespa GTS auf die Beverly 350 ABS/ASR umzusatteln sehr zufrieden.

Unsere Route in Richtung Zell am See schnurrte zügig an uns vorbei. Wir genossen die Fahrt. Nach nicht ganz drei Stunden konnten wir schon die hohen Tauern sehen!

Sehr gespannt waren wir auf unseren ersten Tankstop. Hatten wir doch im Intenet sehr unterschiedliche Verbrauchsangaben gelesen. Da war die Rede von 5 bis 6 Liter andere sprachen von 3 bis 4 Liter. Niemand konnte auch vernünftige Angaben zum Tanken an sich bzw. zur Tankanzeige machen.

Wir vermuteten, dass die Anzeige Piaggio typisch sich verhalten würde. Also viel zu früh den Tank als komplett leer melden würde.



Wir waren aber vorsichtig und tankten in Lofer, als die Tanknadel den 0 - Stand erreicht hatte. Nach gut 270 km gingen gerade mal 8,5 l in den Tank.

Kassenraum der Shell-Tanke in Lofer! Nicht der Dorfmetzger!
Rechnerisch bedeutete dies einen Verbrauch von knapp 3,1 l auf hundert Kilometer und ein Restguthaben im Tank von über 4 Liter. Damit sollte eine Reichweite mit einer Tankfüllung von 400 km möglich sein.

Stefan, unser Rollerfreund aus dem vespaforum, selber Beverly Pilot hatte uns instruiert wie man eine Beverly richtig betankt: "Nicht wie bei einer Vespa nur bis zum ersten Klack, sondern bis man oben Sprit sieht. Und das ohne Pfütze!"

Das beste beim Tanken an der Shell-Tanke war aber die Kasse. Nicht, dass ihr glaubt ich habe beim Dorfmetzger gezahlt. Nein das ist die Kasse einer großen Shell-Station. Mit Diesel, Super, Super Plus, Waschstation und Reifenluftdruck Prüfer und so weiter ...



Danach mussten wir uns etwas sputen, denn die Auffahrt zum Glockner ist so früh im Jahr nur bis 18 Uhr möglich. Danach ist die Mautstraße geschlossen. Aber wir kamen zügig voran, Dank wenig Verkehr. Direkt vor der Mautstation war nichts los.


Unsere Beverly Mädchen zogen uns brav zu unserem Ziel in fast 2.600 m Höhe. Zügig ging es durch alle Kurven, Steigungen und Kehren zu unsrem Ziel den Berggasthof auf der Edelweißspitze. Leider hingen die Wolken sehr tief und am Schluss angekommen auf der Edelweißspitze schneite es sogar.

Wir hatten eine der beiden vom Gasthof etwas abseits gelegenen Hütten reserviert. Beim letzten Mal hatten wir in dem sehr urigen Hütchen, hier auf dem Foto, geschlafen.



Dieses mal hatten wir das mondäne und brandneue Edelweiß-Chalet gebucht..Es war bereits eingeheizt und alles war hergerichtet. Es hat sogar Satelliten Fernseher. Wir freuten uns aber mehr über die geniale Aussicht und die Murmeltiere die wir vom eigenen Balkon aus beobachten konnten.


Zum Abendessen gingen wir die paar Schritte zurück. Die Wirtsleute erwarteten uns bereits. Wir hatten kräftig Hunger und freuten uns schon auf die herzhafte, österreichische Küche.


Bald hatte sich während des Abendessens eine nette Unterhaltungen zwischen allen Gästen entwickelt. Dazu gehörten Übernachtungsgäste genau so wie ein Pärchen, das im eigenen Wohnmobil auf dem verwaisten Parkplatz des Aussichtspunkts übernachtetet.



Nach Fritattensuppe, Wiener Schnitzel, Kaiser Schmarrn in Begleitung von österreichischen Bier, einigen Marillen Schnaps zur Nachspeise schlummerten wir sofort selig ein.

Für den nächsten Morgen hatten wir den Wecker im Handy aktiviert. Fünf Uhr Morgens: genau die richtige Zeit um nach zuschauen ob die Wettervorhersage recht behalten sollte mit der Vorhersage: "leichte Bewölkung am Morgen" - na ja leicht ist halt relativ!

Auch wenn der Großglockner Gipfel sich "schamig" in den Wolken versteckte. Aber dafür zeichnete sich im Gegenlicht die "österreichische" Sicht des Dachsteinsmassivs ab.


Wir teilten uns den Sonnenaufgang mit einem Ehepaar aus Köln und einem 1200derter BMW Piloten.

Zuletzt regte sich auch im Wohnmobil auf dem Parkplatz Leben und das Pärchen vom Vorabend zeigt sich verschlafen. Niemand wollte den Augenblick des Sonnenaufgangs versäumen.

Für uns und alle anderen hatte sich das Aufstehen gelohnt und wir hatten auch schon so früh beste Laune.

Der auf dem Parkplatz gelegene Aussichtsturm gestattet in alle vier Himmelsrichtungen den Blick in den Nationalpark Hohe Tauern.









Bis zum Frühstück krochen wir dann aber erst Mal noch unter unser Karo-Bettdecken! Noch Mal gute drei Stunden Schlaf - dann richtig guter Kaffee und ein kräftiges Frühstück.

Nur der Wetterbericht hatte inzwischen definitiv verloren.


Leichte Bewölkung - das ist was anderes!


Trotzdem ließen es sich unsere Beverlys nicht nehmen und posierten als Fotomodelle.

Obwohl unsere beiden Italienerinnen sich schon etwas bitten ließen, beim ersten Startversuch bis die Motoren schnurrten.

Aber vom sonnigen Italien auf den Großglockner gebeamt - da schneit s sogar im Cockpit einer Beverly - bei der Außentemperatur von 2° auch kein Wunder - besonders  wenn es sich laut der unsäglichen Piaggio Bedienungsanleitung angeblich um die Raumtemperatur handelt!


Hohe Tauern! 2.560 m über dem Meer! Zehn Uhr dreißig - zwei Grad Außentemperatur - leichter Wind aber die Frisur sitzt!

Vier Gipfelstürmer auf dem Weg nach Süden - das Wetter kann sich ja noch bessern! Dann ging es erst Mal los in Richtung Fuscher Lacke und Hochtor.
Dort wird seit Jahren auf einem größeren Platz eine der blauen Schneefräsen abgestellt, die im Frühjahr verwendet werden um die Hochalpenstraße schneefrei zu bekommen. Dabei werden in knapp 25 Tagen 600.000 bis 800.000 m³ Schnee geräumt.

Die seit den 50er Jahren eingesetzte Maschinen kann man an mehreren Stellen bewundern. Davor wurde die Straße per Mensch frei geschaufelt.

Dazu waren 350 Arbeiter und 70 Tage Zeit nötig um wenigstens die Straße einspurig frei zu bekommen.
Dann ging es weiter über die Fuscherlacke in Richtung Hochtor. Das Hochtor ist die Passhöhe mit 2.504 m Höhe die höchste Stelle der Passstraße. Die Stichstraße zur Edelweißspitze wird nicht mit gerechnet.
 Am Hochtor verbindet ein einige hundert Meter langer Tunnel die Nordseite mit der Südseite. Inzwischen wurde der Tunnel modernisiert und mit einer durchgehenden Beleuchtung versehen. Zwei Jahre zuvor war es viel mehr Thrill aus dem gleißenden Licht in den schwarzen Schlund zu fahren.

Kurz vor dem Hochtor gibt es zu Pfingsten immer noch eine gut 6 bis 8 m hohe Schneewand. Von dort aus hat man immer einen genialen Blick zurück nach Norden bis hoch zur Edelweißspitze.
Da wollten natürlich alle vier vom Team Beverly auf das Foto.
Auf der Südseite des Hochtors wurde das Wetter schlagartig schlecht und es fing übel an zu regnen. Auf dem Stichweg zur Franz-Josefs-Höhe, wir wollten der Pasterze, den Gletscher besuchen, wurde das Wetter so unangenehm, dass wir umkehrten und dann Richtung Lienz in südlichere und tiefere Regionen fuhren, denn in dieser Richtung hatten wir blauen Himmel gesehen.

An einem spektakulären Wasserfall, gespeist von der Schneeschmelze possierten meine drei Schönen noch Mal.
Bevor wir uns wieder der Wärme zu wandten.
Der blaue Himmel vor uns lockte und noch bevor wir die südliche Mautsation bei Heiligenblut erreicht hatten, schien die Sonne wieder und wir hatten wieder zwei-stellige Temperaturen, bei fast 20°.

Von Heligenblut aus ging es Richtung Lienz.
 Schon weit vor Lienzer konnte man wunderschöne Blicke auf die Lienzer Dolomiten erhaschen.

Dann ging es weiter über den Felbertauern Tunnel Richtung Norden. Dabei holten wir das schlechte Wetter wieder ein, welches in den Hohen Tauern fest hing.
Blick ins Salzachtal
Auf der Nordseite des Tunnels verbesserte sich das Wetter wieder und kurz vor dem Pass Thurn legten wir
in dem Gasthaus Hohe Brücke mit wirklich toller Aussicht unsere Mittagspause ein.
Die Aussicht ins Pinzgau war so genial wie die Bedienung freundlich und schnell. Fast sofort stand das alkoholfreie Weißbier auf dem Tisch.
Der kräftige Wind vertrieb uns dann doch noch in die Gaststube zum Essen. Vor unserer Weiterfahrt war dann noch Zeit für ein Fotoshooting.
Der Pass Thurn mit 1.274 m Seehöhe bildet den Zugang zu den Kitzbühler Alpen die im Norden liegen
Hier noch Mal der Blick zurück in die Hohen Tauern. Der PassThurn wurde bereits von den Steinzeitmenschen benutzt. Später in der Bronzezeit wurde hier das für die Bronze benötigte Kupfer abgebaut.
Später führten verschiedene Handelswege hier über den Pass und bis in die Neuzeit wurde hier vor allem Salz transportiert. Der Blick ins Salzachtal bei Muittersil - einfach genial.
 Kurz nach dem Pass Thurn erreichten wir bei Kitzbühel den "Wilden Kaiser". Und das Wetter wurde immer sonniger je weiter wir nach Norden kamen.

Nach rund 500 km Tour waren wir am Nachmittag wieder wohlbehalten Zuhause. Susanne und ich sind rund um begeistert von den neuen Beverlys. Wir sind richtige Freunde geworden.


Susannes Leihmaschine hat inzwischen mehr als 1.000 Kilometer und wir werden jetzt einen Termin zur Inspektion machen.


Routenplanung mit dem MotoPlaner:

Unsere gefahrene Route im Motoplaner

Tourdaten aus dem Garmin:


Gesamtstrecke: 491 km

Unser Höhenprofil:


 

Wichtige Adressen unser Großglockner Tour:


Schöner Parkplatz nach Kössen 
(Richtung Zell am See, in einer Linkskuve)
Koordinaten: N47 39.681 E12 25.479

Lofer 210
A-5090 Lofer
Telefon: 0043 / 6588 8317

Edelweißhütte - Familie Lederer(Unser Berggasthof in 2.571 m Höhe in den Hohentauern)
A-5672 Fusch
Telefon: 0043 / 65 45 / 7425
Internet:  www.edelweissspitze.at
Email:  edelweissspitze@aon.at

Großglockner Hochalpenstraße
Internet: www.grossglocknerstrasse.at

Felbertauernstraße
Internet: www.felbertauernstrasse.at

Hotel Gasthof Hohe Brücke
(Wirtshaus / Hotel mit genialer Aussicht, unser Mittagsstop am Pfingstmontag)
Pass Thurn 16
5730 Mittersill - Austria
Telefon: 0043 / 6562 8372
Internet: www.gasthof-hohebruecke.at
Email: info@gasthof-hohebruecke.at

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

super Bericht!