Dienstag, 29. Mai 2012

Beverly 350 einfahren am Großglockner

Irgendwie wollte das Wetter nie so richtig mitspielen in den letzten Wochen als wir wieder mal in gut 2.600 m Höhe übernachten wolten. Vergangenes Wochenende schreckte uns selbst die die durchwachsene Wettervorhersage nicht ab. Unsere beiden neuen Beverly 350 wollten schließlich eingefahren werden.

Am Pfingst-Sonntag ging es los. Übers Chiemgau Richtung Zell am See - Hohe Tauern. Nach gut 100 km - kurz hinter Kössen in einer Linkskurve in Richtung Zell - öffneten wir erst Mal das Topcase für eine Brotzeit. Susanne hatte  gute Käse- und Wurstbrote gemacht, frische Erdbeeren eingepackt, eiskaltes Wasser und heißer Kaffe aus Thermoskannen und ein schattiger Parkplatz - was will man mehr.

Unsere neuen Roller hatten uns in den zwei Tagen rundum begeistert. Echte Touring Maschinen - wirklich das was wir für unsere ausgedehnten Touren haben möchten. Wir waren über unseren spontanen Entschluss vor drei Tagen von Vespa GTS auf die Beverly 350 ABS/ASR umzusatteln sehr zufrieden.

Unsere Route in Richtung Zell am See schnurrte zügig an uns vorbei. Wir genossen die Fahrt. Nach nicht ganz drei Stunden konnten wir schon die hohen Tauern sehen!

Sehr gespannt waren wir auf unseren ersten Tankstop. Hatten wir doch im Intenet sehr unterschiedliche Verbrauchsangaben gelesen. Da war die Rede von 5 bis 6 Liter andere sprachen von 3 bis 4 Liter. Niemand konnte auch vernünftige Angaben zum Tanken an sich bzw. zur Tankanzeige machen.

Wir vermuteten, dass die Anzeige Piaggio typisch sich verhalten würde. Also viel zu früh den Tank als komplett leer melden würde.



Wir waren aber vorsichtig und tankten in Lofer, als die Tanknadel den 0 - Stand erreicht hatte. Nach gut 270 km gingen gerade mal 8,5 l in den Tank.

Kassenraum der Shell-Tanke in Lofer! Nicht der Dorfmetzger!
Rechnerisch bedeutete dies einen Verbrauch von knapp 3,1 l auf hundert Kilometer und ein Restguthaben im Tank von über 4 Liter. Damit sollte eine Reichweite mit einer Tankfüllung von 400 km möglich sein.

Stefan, unser Rollerfreund aus dem vespaforum, selber Beverly Pilot hatte uns instruiert wie man eine Beverly richtig betankt: "Nicht wie bei einer Vespa nur bis zum ersten Klack, sondern bis man oben Sprit sieht. Und das ohne Pfütze!"

Das beste beim Tanken an der Shell-Tanke war aber die Kasse. Nicht, dass ihr glaubt ich habe beim Dorfmetzger gezahlt. Nein das ist die Kasse einer großen Shell-Station. Mit Diesel, Super, Super Plus, Waschstation und Reifenluftdruck Prüfer und so weiter ...



Danach mussten wir uns etwas sputen, denn die Auffahrt zum Glockner ist so früh im Jahr nur bis 18 Uhr möglich. Danach ist die Mautstraße geschlossen. Aber wir kamen zügig voran, Dank wenig Verkehr. Direkt vor der Mautstation war nichts los.


Unsere Beverly Mädchen zogen uns brav zu unserem Ziel in fast 2.600 m Höhe. Zügig ging es durch alle Kurven, Steigungen und Kehren zu unsrem Ziel den Berggasthof auf der Edelweißspitze. Leider hingen die Wolken sehr tief und am Schluss angekommen auf der Edelweißspitze schneite es sogar.

Wir hatten eine der beiden vom Gasthof etwas abseits gelegenen Hütten reserviert. Beim letzten Mal hatten wir in dem sehr urigen Hütchen, hier auf dem Foto, geschlafen.



Dieses mal hatten wir das mondäne und brandneue Edelweiß-Chalet gebucht..Es war bereits eingeheizt und alles war hergerichtet. Es hat sogar Satelliten Fernseher. Wir freuten uns aber mehr über die geniale Aussicht und die Murmeltiere die wir vom eigenen Balkon aus beobachten konnten.


Zum Abendessen gingen wir die paar Schritte zurück. Die Wirtsleute erwarteten uns bereits. Wir hatten kräftig Hunger und freuten uns schon auf die herzhafte, österreichische Küche.


Bald hatte sich während des Abendessens eine nette Unterhaltungen zwischen allen Gästen entwickelt. Dazu gehörten Übernachtungsgäste genau so wie ein Pärchen, das im eigenen Wohnmobil auf dem verwaisten Parkplatz des Aussichtspunkts übernachtetet.



Nach Fritattensuppe, Wiener Schnitzel, Kaiser Schmarrn in Begleitung von österreichischen Bier, einigen Marillen Schnaps zur Nachspeise schlummerten wir sofort selig ein.

Für den nächsten Morgen hatten wir den Wecker im Handy aktiviert. Fünf Uhr Morgens: genau die richtige Zeit um nach zuschauen ob die Wettervorhersage recht behalten sollte mit der Vorhersage: "leichte Bewölkung am Morgen" - na ja leicht ist halt relativ!

Auch wenn der Großglockner Gipfel sich "schamig" in den Wolken versteckte. Aber dafür zeichnete sich im Gegenlicht die "österreichische" Sicht des Dachsteinsmassivs ab.


Wir teilten uns den Sonnenaufgang mit einem Ehepaar aus Köln und einem 1200derter BMW Piloten.

Zuletzt regte sich auch im Wohnmobil auf dem Parkplatz Leben und das Pärchen vom Vorabend zeigt sich verschlafen. Niemand wollte den Augenblick des Sonnenaufgangs versäumen.

Für uns und alle anderen hatte sich das Aufstehen gelohnt und wir hatten auch schon so früh beste Laune.

Der auf dem Parkplatz gelegene Aussichtsturm gestattet in alle vier Himmelsrichtungen den Blick in den Nationalpark Hohe Tauern.









Bis zum Frühstück krochen wir dann aber erst Mal noch unter unser Karo-Bettdecken! Noch Mal gute drei Stunden Schlaf - dann richtig guter Kaffee und ein kräftiges Frühstück.

Nur der Wetterbericht hatte inzwischen definitiv verloren.


Leichte Bewölkung - das ist was anderes!


Trotzdem ließen es sich unsere Beverlys nicht nehmen und posierten als Fotomodelle.

Obwohl unsere beiden Italienerinnen sich schon etwas bitten ließen, beim ersten Startversuch bis die Motoren schnurrten.

Aber vom sonnigen Italien auf den Großglockner gebeamt - da schneit s sogar im Cockpit einer Beverly - bei der Außentemperatur von 2° auch kein Wunder - besonders  wenn es sich laut der unsäglichen Piaggio Bedienungsanleitung angeblich um die Raumtemperatur handelt!


Hohe Tauern! 2.560 m über dem Meer! Zehn Uhr dreißig - zwei Grad Außentemperatur - leichter Wind aber die Frisur sitzt!

Vier Gipfelstürmer auf dem Weg nach Süden - das Wetter kann sich ja noch bessern! Dann ging es erst Mal los in Richtung Fuscher Lacke und Hochtor.
Dort wird seit Jahren auf einem größeren Platz eine der blauen Schneefräsen abgestellt, die im Frühjahr verwendet werden um die Hochalpenstraße schneefrei zu bekommen. Dabei werden in knapp 25 Tagen 600.000 bis 800.000 m³ Schnee geräumt.

Die seit den 50er Jahren eingesetzte Maschinen kann man an mehreren Stellen bewundern. Davor wurde die Straße per Mensch frei geschaufelt.

Dazu waren 350 Arbeiter und 70 Tage Zeit nötig um wenigstens die Straße einspurig frei zu bekommen.
Dann ging es weiter über die Fuscherlacke in Richtung Hochtor. Das Hochtor ist die Passhöhe mit 2.504 m Höhe die höchste Stelle der Passstraße. Die Stichstraße zur Edelweißspitze wird nicht mit gerechnet.
 Am Hochtor verbindet ein einige hundert Meter langer Tunnel die Nordseite mit der Südseite. Inzwischen wurde der Tunnel modernisiert und mit einer durchgehenden Beleuchtung versehen. Zwei Jahre zuvor war es viel mehr Thrill aus dem gleißenden Licht in den schwarzen Schlund zu fahren.

Kurz vor dem Hochtor gibt es zu Pfingsten immer noch eine gut 6 bis 8 m hohe Schneewand. Von dort aus hat man immer einen genialen Blick zurück nach Norden bis hoch zur Edelweißspitze.
Da wollten natürlich alle vier vom Team Beverly auf das Foto.
Auf der Südseite des Hochtors wurde das Wetter schlagartig schlecht und es fing übel an zu regnen. Auf dem Stichweg zur Franz-Josefs-Höhe, wir wollten der Pasterze, den Gletscher besuchen, wurde das Wetter so unangenehm, dass wir umkehrten und dann Richtung Lienz in südlichere und tiefere Regionen fuhren, denn in dieser Richtung hatten wir blauen Himmel gesehen.

An einem spektakulären Wasserfall, gespeist von der Schneeschmelze possierten meine drei Schönen noch Mal.
Bevor wir uns wieder der Wärme zu wandten.
Der blaue Himmel vor uns lockte und noch bevor wir die südliche Mautsation bei Heiligenblut erreicht hatten, schien die Sonne wieder und wir hatten wieder zwei-stellige Temperaturen, bei fast 20°.

Von Heligenblut aus ging es Richtung Lienz.
 Schon weit vor Lienzer konnte man wunderschöne Blicke auf die Lienzer Dolomiten erhaschen.

Dann ging es weiter über den Felbertauern Tunnel Richtung Norden. Dabei holten wir das schlechte Wetter wieder ein, welches in den Hohen Tauern fest hing.
Blick ins Salzachtal
Auf der Nordseite des Tunnels verbesserte sich das Wetter wieder und kurz vor dem Pass Thurn legten wir
in dem Gasthaus Hohe Brücke mit wirklich toller Aussicht unsere Mittagspause ein.
Die Aussicht ins Pinzgau war so genial wie die Bedienung freundlich und schnell. Fast sofort stand das alkoholfreie Weißbier auf dem Tisch.
Der kräftige Wind vertrieb uns dann doch noch in die Gaststube zum Essen. Vor unserer Weiterfahrt war dann noch Zeit für ein Fotoshooting.
Der Pass Thurn mit 1.274 m Seehöhe bildet den Zugang zu den Kitzbühler Alpen die im Norden liegen
Hier noch Mal der Blick zurück in die Hohen Tauern. Der PassThurn wurde bereits von den Steinzeitmenschen benutzt. Später in der Bronzezeit wurde hier das für die Bronze benötigte Kupfer abgebaut.
Später führten verschiedene Handelswege hier über den Pass und bis in die Neuzeit wurde hier vor allem Salz transportiert. Der Blick ins Salzachtal bei Muittersil - einfach genial.
 Kurz nach dem Pass Thurn erreichten wir bei Kitzbühel den "Wilden Kaiser". Und das Wetter wurde immer sonniger je weiter wir nach Norden kamen.

Nach rund 500 km Tour waren wir am Nachmittag wieder wohlbehalten Zuhause. Susanne und ich sind rund um begeistert von den neuen Beverlys. Wir sind richtige Freunde geworden.


Susannes Leihmaschine hat inzwischen mehr als 1.000 Kilometer und wir werden jetzt einen Termin zur Inspektion machen.


Routenplanung mit dem MotoPlaner:

Unsere gefahrene Route im Motoplaner

Tourdaten aus dem Garmin:


Gesamtstrecke: 491 km

Unser Höhenprofil:


 

Wichtige Adressen unser Großglockner Tour:


Schöner Parkplatz nach Kössen 
(Richtung Zell am See, in einer Linkskuve)
Koordinaten: N47 39.681 E12 25.479

Lofer 210
A-5090 Lofer
Telefon: 0043 / 6588 8317

Edelweißhütte - Familie Lederer(Unser Berggasthof in 2.571 m Höhe in den Hohentauern)
A-5672 Fusch
Telefon: 0043 / 65 45 / 7425
Internet:  www.edelweissspitze.at
Email:  edelweissspitze@aon.at

Großglockner Hochalpenstraße
Internet: www.grossglocknerstrasse.at

Felbertauernstraße
Internet: www.felbertauernstrasse.at

Hotel Gasthof Hohe Brücke
(Wirtshaus / Hotel mit genialer Aussicht, unser Mittagsstop am Pfingstmontag)
Pass Thurn 16
5730 Mittersill - Austria
Telefon: 0043 / 6562 8372
Internet: www.gasthof-hohebruecke.at
Email: info@gasthof-hohebruecke.at

Samstag, 26. Mai 2012

Erster Ausflug mit unseren Beverlys in die nahen Voralpen oder wo montiert man ein Navi?

Zwar mussten wir übliche Samstag Logistiken wie z.B. Einkaufen durchführen, trotzdem drehte sich (fast) alles um die neuen Garagenbewohner.

Als erstes versuchten wir unsere Navigationssysteme von Garmin die zûmo 660 an den neuen Rollern zu montieren. Immer eine spannende Herausforderung bei neuen Fahrzeugen.



Ram-Mount Halter an gebastelter Grundplatte, mittig.
Mit etwas Aufwand wurde erst Mal ein "guter" Befestigungsort für das Navi gesucht und gefunden.

Allerdings fehlt noch ein spezielles Ram-Mount Teil um ein perfekten Halt zu realisieren.Daher musste erst Mal etwas improvisiert werden.

Ausprobiert haben wir zuerst eine mittige Halterung hinter der Scheibe.

Etwas nahe beim Piloten, aber gut ablesbar

Allerdings hatte ich am späten Samstag Nachmittag nur Zugriff auf eine Aluverbundplatte, die für diesen Zweck nicht perfekt geeignet ist.

Deshalb habe ich zur Dämpfung der Schwingungen eine Dämmmatte zwischen Armaturen Oberkante und meiner Grundplatte eingeklemmt.

Ich habe die Fahr- und Ableseeigenschaften als sehr gut empfunden.

Bei Susannes "Ersatz"-Lisa haben wir auf die bei der Vespa bewährten Methode zurückgegriffen.

Hier die "Vespa-übliche" Montage am Spiegel

Um Kratzer am Rohr zu vermeiden, wickele ich immer erst ein Stück aufgeschnittenen Aquariumschlauch um das Rohr, bevor ich die Rohrklemme montiere.

Ich besorge mir allerdings von Ram-Mount immer einen entsprechenden Rohradapter. Mit dem kann dann die eigentlich für dickere Durchmesser ausgelegte Standrad Rohrklemme auch ohne Probleme bei dünneren Durchmessern verwendet werden. Das trifft für den Vespa GTS Spiegel und auch für das noch zierlichere Spiegel-Rohr der Beverly zu.



Gut zu sehen der Adapter für dünne Durchmesser
Auch Susanne war während der ersten Probefahrten sehr zufrieden, besonders da bei der Beverly der Garmin weiter innen zum Fahrer hin liegt, als bei der Vespa.

Susanne meinte noch, dass sicherlich die linke Position besser mit der "freien", linken Hand zu bedienen sein wird, als die sehr zentrale Position. Für mich war es aber in der Mitte völlig in Ordnung.






Trotz aller Planungen für die Beverly, war am frühen Abend Zeit für einen ersten Ausflug in die nahen Berge.

Bestes Wetter und ein tolles Abendlicht belohnte uns vier während der schönen Tour, die uns rund um den Wendelstein führte und über das Sudelfeld, einer wunderschönen kurvigen Streckenführung mit zu einer unserer Stammrunden gehört.
Wir fuhren vom Münchner Süden über Weyarn, Miesbach Richtung Fischbachau. Bei einem kleinen Fotohalt bot sich dieser schöne Blick auf Fischbachau.
Hier sieht man gut bei meiner Sophia die mittige Montage des Garmin zûmo 660. Während der gut zwei Stunden Fahrt über etwas mehr als 150km, haben die Akkus von den Navigationsgeräten gut durchgehalten. Natürlich braucht es da noch eine permanente Stromversorgung.
Wir hatten jede Menge Spaß und die beiden Beverlys erobern uns im Sturm mit den Fahrleistungen und der Straßenlage.


Freitag, 25. Mai 2012

Zwei neue Italienrinnen bei uns im Stall.

"Das kann ich nicht glauben!" War die Antwort von Frau Körner bei Körner Motobikes, als wir uns am Mittwoch dieset Woche nach einer Beverley 350 erkundigten. "Sie sind doch Vespa Fahrer!"

Augenzwinkernde Fassungslosigkeit wich echtem Interesse, als wir versichert, dass die Probefahrt letzte Woche uns so gefallen hat, dass wir durchaus dem Thema nahetreten möchten. Im kurzen Gespräch, erzählte uns die Chefin, selbst begeisterte Vespa-Pilotin, dass Sie nie Zeit findet eine 350er Beverley probezufahren. Denn kaum da, schon verkauft. Der Werkstattleiter Herr Maccarrone, erzählte mit leuchtenden Augen, dass er kürzlich die 350er bereits gefahren ist und wie wir sehr begeistert und überzeugt vom neuesten Piaggio Modell war. ABS & ASR gehören zur Serienausstattung und der neue 34 PS Motor - alles ein überzeugendes Paket. Wenn wir schnell wären könnten wir zwischen Rot, Weiß und der grauen Ausführung wählen.

Eine Nacht wollten wir erst Mal mit unserer Idee schlafen ....

... am Donnerstag, der erste Weg zum Piaggio Händler in Ottobrunn. Wir hatten uns für die Rote für meine Frau entschieden und ich würde die Weiße nehmen. Beide stehen im Lager bei Frau Körner zum Teil noch nicht ganz ausgepackt. Es war dem Verkaufsteam schon klar, dass wir natürlich das Pfingstwochenende möglichst nutzen wollen um uns mit den neuen Roller bekannt zu machen. Klar, dass der Verkauf sich über so einen prompten Auftrag freut, aber wir sind natürlich nicht die einzigen die die Werkstatt beschäftigen und so ist so eine kurzfristige Terminplanung schon taff! Aber das Team bei Motobikes Körner gibt alles, dass wir unseren Spaß am Wochenende haben können.

Zwei Beverlys - Susanne und ich im Neufahrzeug Glück!
Freitag 17 Uhr ist meine Weiße, Sophia heißt sie fertig. Bei Susannes roter Beverley, gab es ein echtes Problem. Die seit Tagen auf dem Postweg vermissten Fahrzeug-Papiere sind auch heute am Freitag nicht aufgetaucht. Die Post versprach aber eine Nachforschung nach dem Einschreiben. Bis die Papiere da sind, können wir unentgeltlich das Vorführfahrzeug nutzen. Tia! Frau Körner wird leider wieder nichts mit 350er Beverly testen. Aber Susanne war selig, dass wir jetzt das Wochenende über jeder eine Beverly hat. Auch wenn Ihre rote Lisa zur Zeit noch im Lager schlummern muss. Hier noch Mal ein großes Lob an unseren Händler, die ganze Mannschaft und ein großes Dankeschön für diesen tollen Service.

Meine Sophia und Susannes Ersatz-Lisa mit Topcase zuhause. Schauen doch gut aus unsere beiden.
Ein paar Erledigungen konnten auf unserer gleich durchgeführten Einkaufstour gleich im Helmfach und Topcase verstaut werden. Dabei überzeugt nicht nur das echt geräumige Helmfach sondern auch das Topcase. Übrigens hier die kleine Ausführung mit 36 l. Überzeugend übrigens, mit dem neuen Roller wird serienmäßig ein Schloss mitgeliefert, das man mit dem Zündschlüssel sperren kann. Deshalb kann man nach Bestellung des Original Topcases auch mit dem Zündschlüssel das Topcase aufsperren, da man dann einfach dieses Schloss nachträglich einbaut.
Zuhause war meine erste Tuning-Maßnahme: die Demontage des Kamelhöckers auf dem Sattel. Natürlich kann man nicht mit den drei Löchern im Sattel leben - aber besser sitzen tue ich jetzt alle Mal! Unser Sattler Meister wird es schon richten!
Susanne kann es immer noch nicht glauben ...
 Beim ersten Einkauf, noch Mal der unglaubliche Vorgang. Ein Nolan N43-Air Helm verschwindet einfach so im Helmfach!
und der Deckel geht ohne Gewalt zu.
 Man muss den Helm schon richtig herum rein legen, aber dann geht das Helmfach sogar zu!

Nach dem Einkauf wurde dann noch ein erster 70 km langer Ausflug gemacht.

Wir sind völlig begeistert von unserer Neuanschaffung in der Nacht zurückgekehrt. Eine gute Idee hatten wir da mit der Beverly. Mehr erste Erfahrungen mit unseren Beverly 350 Sport Touring in Kürze hier!

Freitag, 18. Mai 2012

Beverly Sport Touring 350 von Piaggio mit ABS und ASR

Eigentlich wollten wir ja zum Großglockner. Aber das Wetter erschien uns weder stabil noch warm genug. Darum haben wir uns heute Vormittag mal über die Zukunft unserer Vespen, ABS und so unterhalten...

Seit Jahren wird davon geredet, dass gleich in ein paar Monaten die GTS in einer Ausführung mit 350 cm³, ABS und viel anderer moderner Ausrüstung kommen wird. Ja, ja, ja ... zu Ostern kommt der Osterhase. Aber in den letzten Wochen gab es Neuigkeiten von Piaggio. Die Beverly Touring 350 mit ABS und ASR ist da. - Na zumindest in Kürze verfügbar.

Den Brückentag genutzt, die entsprechende Piaggio Seiten versucht zu nutzen ... graus - grausamer - Kopfschuss - trotzdem einiges nützliches an Informationen gefunden.

Und?

Lust auf mehr! Information! Also befreundete und bekannte Händler in München angerufen - ABW:  

  • "Wegen des Feiertags am Donnerstag ist heute geschlossen ..."

Aber in Penzberg, südlich von München, bei RWN wurden wir fündig:

  • "Klar haben wir offen! Durchgehend ohne Mittagspause." 

Das war doch eine Aussage für den Brückentag!

  • "Ja, wir haben eine Beverly 350 zum Anschauen, in jeder Farbe!"

Mehr kann man fast nicht erwarten. Oder doch?

  • "Ja, auch eine zum Probefahren! Kommen Sie einfach vorbei!"

Großglockner adé - wir sehen uns zu Pfingsten wenn das Wetter besser ist. RWN in Penzberg! Wir kommen!

Gleich am Eingang von RWN in Penzberg wartete das Testfahrzeug auf uns.
Der nette Mitarbeiter von RWN hatte uns schon am Telefon offenbart, dass die Ausführung mit ABS & ASR zur Zeit noch nicht verfügbar ist, aber Fahrzeuge ohne die elektronischen Helferlein stehen zum Testen bereit. Auf uns wartet am Eingang schon eine "Weiße" mit gerade 30 km auf der Uhr. Man könnte sagen wir waren die ersten die eine Probefahrt machten.

Wenig Bürokratie - viel freundliche Atmosphäre (Natürlich waren wir sofort beim Motrrad Du) - Führerschein - Ausweis - Unterschrift und wir konnten loslegen. Susanne lies mir den Vortritt und folgte mit Ihrer Victoria. Da wir per Bluetooth verbunden waren konnten wir uns gut über die Eindrücke vom Fahrer/in und vom Verfolgerfahrzeug aus unterhalten. Da der Tank ziemlich leer war, war unser erster Weg zur nahen Tanke.

Tankinhalt 13 l - verspricht eine wesentlich größere Reichweite als eine GTS

Als gedienter Vespapilot suchte ich zuerst den Tank im Helmfach. Aber er ist offensichtlich und abgesperrt mit dem Zündungsschlüssel direkt vor mir im Durchstieg. Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht ...

Ich wollte es "hardcore" mäßig wissen! Volle Pulle was die Zapfanlage der JET hergab! K-L-A-C-K! Und noch ein bisschen mehr. Keine Pfütze unter dem Fahrzeug. Kein Gesabere aus dem Einfüllstutzen! GTS-Piloten/innen wissen wovon ich spreche, die anderen wollen es gar nicht wissen.

Was mir sofort beim Tanken und später auch Susanne aufgefallen ist, obwohl die Beverly fast einen Zentner schwerer (160kg zu 200kg) als eine GTS ist, ist die Beverly viel einfacher und mit viel weniger Mühe und Kraft zu rangieren als eine GTS. Als ich die Beverly das erste Mal auf den Hauptständer stellte, hatte ich den Eindruck die katapulltiert es nach hinten weg. Man kann Sig. Beverly eigentlich mit dem kleinen Zeh auf den Hauptständer stellen. Kein Vergleich zu einer GTS. Da braucht es schon wirklich Kraft. Und ich kenne eine Menge zierliche Persönchen die es höchstens mit äußerster Kraftanstrengung schaffen eine 40 kg leichtere GTS gerade so auf den Hauptständer zu wuchten.


Dann ging es erst Mal durchs Oberbayerische Voralpengebiet. Wir wechselten uns ab.

Zuerst die wirklich vielen und sehr positiven Eindrücke:
Der 350 cm³ Motor geht sehr willig und kräftig zur Arbeit - Der Anzug vom Stand weg ist beeindruckend, ohne Leistungsloch, sonor schnurrend.

Dir Beverly liegt wie ein Brett auf der Landstraße - einfach gut, das Fahrwerk erzählt dem Piloten/in viel über den Belag und wie sich Signora auf dem Teer fühlen. Die Beverly fährt wie auf Schienen durch die Kurven - es ist wie Moped. Beim Wechsel zurück auf die GTS wurde mir schnell der Unterschied klar. Da wo die Beverly harte Rückmeldungen gibt, schluckt die Vespa weich vieles weg. Zum Einem angenehm wie meine rote Carla das macht, auf der anderen Seite wurde mir fast erschreckend klar, wie wenig man von der Straße auf einer GTS mitbekommt.

Eigentlich stehe ich auf runde Scheinwerfer, daher sind die eckigen Kanten nciht so meines, trotzdem ist sie irgendwie gefällig.

LED Standlicht
Außer im Hauptscheinwerfer sind alle anderen Leuchten in LED Technik. Zeitgemäß, Energie und Kosten sparend!

Ziemlich alles ist in LED Technik
In der guten Stunde Testfahrt fühlte Susanne und ich uns mehr und mehr wohl auf der modernen Italienerin. Am meisten beeindruckte die Spurlage in Kurven auf der Landstraße, die Kraftentfaltung bei 80 oder sogar 90 km/h, wo man mit einer GTS wenn sich eine Blechdose wehrt, keine Chance hat, verfügt die Beverly 350 über ausreichend Reserven um aus der Situation sich  nach vorne davon zu ziehen.

Was weder Susanne noch mir gefallen hat und das wäre ohne eine Änderung sicher ein KO-Kriterium ist die Sitzposition. Der Sattel hat einen Kamelhöcker, der an einer Stelle sitzt der weder zu meiner Größe von 187 cm noch zu den 170 cm von Susanne passt.

Wozu bloß dieser Höcker?

Der Po ist hinten an diesem Wulst eingeklemmt, die Beinen scharren vorne am Beinschild. Man hat keine Chance auch nur einen Zentimeter vor oder hinter zu rücken. Da mag auf dem Kinderkarusell im Feuerwehrwagen ausgehen, hier auf einem modernen Roller ist das angenehm wie in einer mittelalterlichen Streckbank. Ein absolutes NO-GO!

Während der Probefahrt, hatten wir beide die Hoffnung, dass uns später fachkundige Beratung zeigen würde, wie Leute über 150cm Körpergröße auf einer Beverly sich auch über weitere Strecken wohl fühlen könnten ...

... gut zu erfahren, dass man bei RWN für wirklich wenig Geld sich eine individuelle Sitzbank fertig lassen kann. Also meine neue Beverly wird in jeden Fall von Beginn an eine angepasste Sitzbank haben müssen. Denn sonst brauche ich bereits auf halber Strecke Peißenberg / München den ADAC der mich und die Beverly auf dem Hänger nach Hause bringt.

Cockpit Beverly Touring 350
Der Arbeitsplatz eines Bervly Bändigers ist gut geraten. Alles ist da wo man es erwartet und es gibt sogar eine Lichthupe. Ein von mir bei der GTS schmerzlich vermisstes Detail. Lichthupe gab es bereits in späteren Modellen des VW Käfers ;-) , na ja vielleicht auch nicht, aber mein Opel B-Kadett aus 1965 hatte schon eine Lichthupe.

Linke Lenkerhälfte mit Lichthupe, Fernlichtschalter, Blinker, Hupe und Helmfachöffnung.
Die Beverly hat jetzt eine Lichthupe und sie lässt sich genauso gut bedienen wie der Blinkerschalter. Was ich in der kurzen Testfahrt nicht finden konnte war ein Schalter für einen Warnblinkfunktion.

Rechte Lenkerhälfte mit Killschalter, Anlasser und Cockpit Knopf "Mode" zum Umschalten der Anzeige und Wechseln in den ECO-Mode
Die Anordnung des Killschalters verspricht, dass sich weniger bis keine Fehlbedienungen ergeben. Fehlbedienungen die vermutlich neben den betroffenen Vespa-Piloten auch den ADAC und viele weitere Pannenhelfer in den Wahnsinn getrieben haben.

Temperaturanzeige - Hoffentlich kann man die Uhanzeige auf 24h umstellen

Das Cockpit zeigte bei Druck auf den Mode Knopf neben dem Gesamtkilometerstand, zwei oder drei Tageskilometerzähler, die Umgebungstemperatur und sogar die Bordspannung an.

Hoffentlich kann man die Uhr auch auf 24 Stunden Anzeige umstellen.

Eine 03:15 PM Anzeige wie in der GTS 300 wäre voll peinlich und erbärmlich. Aber ich habe vergessen, dazu nachzuschauen bzw. nachzufragen.


Spannungsanzeige. Hier 12,9 V bei Motorstillstand
Mal was neues, dass man sich auch über die Bordspannung informieren kann.

Meine Versuche weitere Daten, wie Öltemperatur, Reifendruck etc. waren erfolglos. Aber vielleicht hilft einem ja dann doch noch das Manual.

Ich stehe halt auf umfassende Informationen in digitaler Technik, andere mögen es nicht. Aber heute sollte so was doch kein Problem mehr sein. Es gibt schon viele PKW Hersteller die bereits über eine Verkehrszeichen-Erkennung verfügen und ein Überholverbot für LKWs unterscheiden können von einem für PKWs.

Dann haben wir natürlich noch den Stauraum begutachtet.


 Den extra mitgebrachten Nolan N90 Klapphelm, konnten wir nach einigen probieren im Helmfach verstauen und man konnte ohne Gewaltanwendung das Helmfach sogar schließen.
Stauraum gibt es reichlich - sogar ein Nolan N90 Klapphelm hat Platz
Selbst mit dem Helm im Fach bleibt noch eine Menge Platz über. Eine extra Abteilung für das Bordwerkzeug gibt es bei der Beverly im Helmfach.

Selbst mit Helm drin bleibt noch eine Menge Platz im Helmfach
Das Helmfach ist nicht herausnehmbar wie bei der GTS aber mit Beleuchtung. Sicher in der dunklen Jahreszeit eine nettes Gadet.

Beleuchtung für das Helmfach
Das Handschuhfach lässt sich wie Piaggio üblich durch Drücken des Zündschlosses öffnen und ist durch entsprechende Unterteilung gut aufgeräumt und verspricht einiges aufzubewahren.

geöffnetes Handschuhfach, nach Druck auf das Zündschloss
Die Beverly hatte hinter dem Beinschild ein echt große Klappe.
Handschuhfach mit mechanischer Notentriegelung für die Sitzbank
Hier sieht man auch noch den wirklich hohen Durchstieg der Beverly, das muss man echt schon fast drübersteigen. Also so elegant rein- und rausschwingen wie bei der GTS ist da nicht.

Hier der zwei-geteilte Scheinwerfer für Fahrlicht und Fernlicht. Auch gut zu sehen die getönte, serienmäßige Scheibe.

Frontscheinwerfer

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die 16" Schuhe der Beverly. Vorne 16 Zoll. Hinten 14 Zoll.

Vorne 16 Zoll Räder

Die Service Intervalle sind bei der Beverly 350 im Turnus von 20.000 km wobei trotzdem das Öl alle 10.000 km gewechselt werden soll.

Ab Juli soll die ABS & ASR Variante verfügbar sein und um € 5.000 kosten.


Für mich bleibt, es ist ein sehr interessantes Fahrzeug mit einer Baustelle, die Sitzbank.


Es hat sehr viel Spaß gemacht die Beverly zu fahren. Vielen Dank an dieser Stelle an RWN, dass wir so unbürokratisch viele Eindrücke sammeln konnten.


Technische Daten: 

  • Leistung: 24,5 kW (33,3 PS) bei 8.250 /min
  • Hubraum: 330 cm³
  • Drehmoment: 32,3 Nm beui 6.250 /min
  • Maße: 2.215 / 760 mm
  • Leergewicht fahrfertig: 191 kg +/- 8kg
  • Tankinhalt: 13 l +/- 1 l
  • zul. Fahrgewicht: 375 kg

Wichtige Adressen:

RWN Handels GmbH
Seeshaupter Straße 52
82377 Penzberg
Tel.: (08856) 81779
Web: www.rwn.de
Mail: info@rwn.de

Piaggio Bverly 350 Touring Sport
Web: Beverly Webseite