Samstag, 10. April 2010

Auszogne und Schweinshaxe

Am Samstag, 10. April haben sich die Vespafahrer München wieder ein Mal getroffen. Aus Landshut, Dingolfing, Marktl, Wolfratshausen, Bad Endorf und auch aus München hatten sich Vespafreunde im Café Frischhut am Viktualienmarkt und später in Dietramszell getroffen um dann eine kleine Alpenfahrt über Bad Tölz, Lenggries, dem Sylvensteinspeichersee und Tegernsee gemeinsam unternommen.




Aber der Reihe nach! 

Gegen 9 Uhr morgens fanden sich die ersten Vespareiter im Münchens bekanntester Anlaufstelle für Frühaufsteher ein, dem Café Frischhut in der Prälat-Zistl-Straße. 8, neben der Schrannehalle ein. Bis vor gar nicht so langer Zeit öffnete das Café immer um 5 Uhr morgens und war damit die Anlaufstelle für alle "Früharbeiter" und auch für alle "Spätheimkehrer".

Seit einigen Jahren beginnt man um 7 Uhr. Wir haben mal um 9 Uhr vorbei geschaut.

Das besondere im Café Frischhut gibt es nämlich ausschließlich im heißen Öl bzw. Fett (Schmalz) herausgebackene Leckereien wie Krapfen, Auszogne Strauben und Strietzel.

In den weitläufigen Gasträumen war zwar schon einiges los, aber wir fanden trotzdem noch reichlich Platz und der erste Kaffee und die erste Schmalznudel, ein Krapfen waren gleich bestellt und wurden von der freundlichen Bedienung prompt zusammen mit einem Haferl Milchkaffee serviert.

Auf Grund diese Prachtexemplares entspann sich sofort eine Diskussion über Krapfen im allgemeinen und speziellen zwischen uns und der netten Bedienung.

Das Allgemeine ist, das Krapfen und alle anderen Schmalznudeln, die hier natürlich frisch, was bedeutet noch warm bzw. heiß serviert werden, nur mit Kristallzucker und keinesfalls mit Puderzucker bestäubt werden.

Puderzucker verschließt nämlich die Poren und verdirbt deshalb die knusprige Oberfläche, die dann sofort durch die Feuchtigkeit im Teig lätschert wird. Die Bedienung wollte Susanne und mich sofort adoptieren um den zugroasten Gästen dies bei Bedarf zu erklären. So einen Faux-Pas mit Puderzucker gibt es im Auszogn-Tempel natürlich nicht und es bedarf offensichtlich immer einiges an Überzeugungsarbeit.

Das Spezielle ist, dass Krapfen weder mit Nutella, Tiramisu, Schokolade oder etwas anderem als Aprikosen Marmelade gefüllt werden dürfen. Auch hier arbeitet das Frischhut traditions- und stilsicher!

Zusammen mit Erzi, Bezibaer und Kurvensau erschien auch der Stargast:


Reichlich Kaffee wurde auch bestellt und in guter wenn auch eher österreichischer Tradition bekommt man gerne auch ein Glas Wasser serviert.


Kaffee gibt es natürlich in allen üblichen Formen als Kaffee, Milchkaffe, Espresso, Cappuccino und, und, und in der normalen Tasse und in der extra großen Dosis im Haferl.

Viel zu schnell verflog die Zeit, bei netten Gesprächen, vielen Scherzen und mancher Anekdote so dass wir bereits für unsere Zeitplan zu spät zum Aufbruch drängen mussten.

Nicht aber ohne noch einen Blick auf die offene und direkt einsehbare Backstation direkt im Eingang zu werfen und die dort gerade fertig gestellten Leckereien.



Unsere vor dem Café geparkten Vespen hat schon reichlich Aufmerksamkeit auf sich gezogen und wir wurden von Passanten gleich ob unserer tollen Roller angesprochen.

Die Sonne meinte es gut zu uns und der kühle Morgen schien einem sonnigen Frühlingstag zu weichen.

Mit viel Geratsche und Fachsimpelei dauerte es seine Zeit bis wir abfahrtbereit waren. Auch nicht zu Letzt da ich vergessen hatte die vorbereiteten Navigationsrouten in meinen Garmin zu übertragen und jetzt zuerst noch meine Navi programmieren musste.

Geduldig warteten alle auf mich und ohne einen einzigen beißenden Kommentar. Schön, wer solche Freunde hat!

Eine noch schnell von mir getippte SMS informierte unsere Freunde in Dietramszell, dass wir dort mindestens 45 Minuten verspätet eintreffen würden.


Vom Viktualienmarkt aus ging es an der Großmarkthalle, dem Heizkraftwerk vobei nach einem kurzen Tankstop in Richtung Schäftlarn.

Natürlich verzichteten wir nicht auf die gut fünf Spitzkehren und kurvige Straße nach Klosterschäftlarn hinunter. Auf sich durch die Alpenvorlandschaft windenden kleinen Sträßchen erreichten wir reichlich verspätet Dietramszell, wo wir schon von den auf dem schattigen Parkplatz der Klosterschänke wartenden und inzwischen frierenden Gmu mit Frau, Orange und einem neuen / alten Forumsgast erwartet wurden.

Susannes heißer Tee aus der Thermoskanne verhinderte aber eine weitere, lebensbedrohliche Unterkühlung.

Mit doppelter Regimenststärke mit jetzt acht Vespen fuhren wir an der Isar entlang Fluss aufwärts zum Sylvensteinspeichersee und dessen Staumauer.


Jeder hatte eine kleine Brotzeit dabei und so konnten wir bei gut 10° Celsius und inzwischen bewölkten Himmel eine nette Brotzeit einlegen und dies Angesichts eines wirklich genialen Ausblicks.

Wir waren nicht die einzigen Zweiräder die hier entlang fuhren. So manches Motorrad fuhr an uns vorbei in Richtung Achenpass oder von dort kommend.

Trotzdem war nicht all zu viel los und wir hatten richtig viel Spaß auf der Staumauer.

Ab und zu blinzelte immer wieder die Sonne aus den Wolken und da es fast völlig windstill war, konnten wir es trotz kühlen Temperaturen gut aushalten. Fast jeder hatte sich aber auch entsprechend warm angezogenen und trug noch entsprechende lange und wärmende Ski oder ähnliche Unterwäsche.

Ein junger Mann mit Baby, der auf der anderen Straßenseite auf einem Bank saß wurde kurzer Hand eingemeindet und musste unsere Truppe fotografieren während Norbert auf den Nachwuchs aufpasste.

Der junge Vater hatte ganz sportlich die Staumauer mit Fahrrad und Kinderanhänger erklommen.

Nach der schönen Pause setzen wir unsere Fahrt in Richtung Tegernsee und dem Bräustüberl fort, nicht ohne vorher dem deutschen Finanzmister eine Nase zu zeigen in dem wir bei einem Abstecher in Richtung Achensee in Österreich den Liter Benzin für 25 €-Cent billiger einkauften.

Danach zurück in Deutschland überquerten wir mutig den Achenpass, bei einer Höhe über dem Meeresspiegel von fast eintausend Höhenmetern ohne Sauerstoff Unterstützung schon ein gewagtes Unterfangen.

Im Ort Tegernsee angekommen suchten wir die bekannte Brauerei Tegernsee mit dem Bräustüberl auf und ergatterten auf Anhieb einen gerade frei werdenden Tisch für mindestens 10 Leute. Ja, wenn Engel reisen!


Nebst heißer Suppe wurden typische bayerische Spezialitäten vertilgt wie Bierbratl oder auch eine Schweinshaxe und der ein(e) oder andere genehmigte sich auch noch eine süße Nachspeise.


Nach dem kräftigen Mittagessen brauchte so mancher einen Espresso oder Kaffee um die zum Teil noch lange Heimreise bewältigen zu können.


Größere Kartenansicht

Mir hat es gut gefallen, es war meine erste Tour die ich ausgearbeitet und vorgefahren habe. Alles hat geklappt, satt sind wir auch geworden - na dann! Ich freue mich schon auf ein nächstes Mal.


Gastronomische Adressen:

Tourdaten 
  • Gesamtlänge: 121 km
  • Dauer inkl. Pausen: 3:38 h
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 33 km/h
  • Höhenprofi

1 Kommentar:

Fritz Freizeit hat gesagt…

Hallo!

Wir Nichtbayern fragen uns immer noch, wer sich den da so früh am Morgen in der Gastwirtschaft ausziehen mußte. Ein Mitfahrer berichtet von "wunderbaren Ausgezogenen". Bei uns heißt das Tabledance und macht erst später auf :-))