Sonntag, 31. Januar 2010

Winter im bayerischen Vespaland

Winter 2010 ist ein echter Bilderbuch Winter. Immer jammern die Leute über so viel Schnee und Kälte. Aber muss sich die vierte Jahreszeit nur auf die Weihnachtszeit beschränken?

Sich angepasst an Marketing Strategien rechtzeitig stimulierend und verkaufsfördernd nur zur Adventszeit einstellen? Und dann rechtzeitig zum Valentinstag den ersten Frühlingsblumen weichen?

Ich mag diesen Winter 2009/2010 sehr. Ganz und gar nicht der Klima Apokalypse folgend, sondern mit viel Schnee, Kälte, trüben und glasklaren Tagen - eben viel Abwechslung gestaltet Väterchen Frost zur Zeit unser Wetter.

An diesem Wochenende schneite es den ganzen Freitag bis zum Samstag Morgen. Susanne, Cello spielender Weise, hatte ein Treffen mit Ihrem Orchester Kollegen und Kolleginnen am Schliersee.

Ich freute mich sehr über die Gelegenheit Susanne in die Berge fahren zu können. Auf Grund des hohen Verkehrs auf den Autobahnen nahmen wir nur Landstraßen bis in die Berge. Eine wunderschöne Fahrt. Leider ohne Bilder, da wir doch schon etwas spät dran waren und das restliche Orchester schon am Freitag angereist, wartete.



Den Rückweg nutzte ich dann zu einem Weißwurst Frühstück in Tegernsee im Bräuhaus. Alleine, saß ich da mit einigen Einheimischen in den dunklen Gewölben der Brauereigaststätte, ein nicht gerade motivierender Aufenthalt und es zog mich schnell wieder raus in die weiße Berg-Winterwelt.

Am Sonntag fing ich dann aber diese Winterimpressionen während eines kleinen Spaziergangs in der Nähe des Steinsees ein. Der Steinsee eingebettet in eine Hügellandschaft im Süden von München lädt zu jeder Jahreszeit ein.
Eine Landschaft die für mich nicht typischer und schöner, bayerisch sein könnte. Irgend wie fällt es mir schwer den Begriff Heimat dafür zu verwenden und ich mag den Ausdruck auch nicht.

Aber in jedem Fall bin ich hier aufgewachsen, Ski-fahren, na ja eher Ski-rutschen habe ich hier auf einem Hügel bei Schlacht gelernt, der zuerst natürlich mein Schlittenhügel war. Meine ersten Wasserflöhe für das Aquarium habe ich hier in der Nähe in einem Tümpel erbeutet.

... sehr persönliche Gedanken und Impressionen
... was der Winter so mit einem macht
... Frühling ist nicht mehr weit!  

Hoffentlich!

Dienstag, 5. Januar 2010

Ohne Vespa nach Andechs

Den letzten Sonntag haben wir zusammen mit 4 Freunden genutzt um eine alte Tradition von Susanne und mir fortzuführen.

Seit einigen Jahren gönnen wir uns nach Neujahr einen Besuch im Kloster Andechs. Dabei steht nicht die seelische Erbauung im Vordergrund sondern wir genießen die Braukunst der Andechser Mönche.

Seit 1455 wird nachweislich Bier im Kloster gebraut. Nebst Bier gibt es auch typische bayerische Schmankerl, wenn auch von unterschiedlicher und nicht immer empfehlenswerter Güte.


Trotzdem ist die Braustube eine Sünde wert, wenn auch nicht in der Art, dass wir unseren Führerschein riskieren wollten.

Deshalb fuhren wir mit der S-Bahn bis Herrsching und erreichten dann zu Fuß mit einem Spaziergang von einer Stunde das Kloster über den Hörndlweg.

Der schöne Fußweg führt oberhalb des Ammersees zuerst durch die Stadt Herrsching und wird dann außerhalb des Orts zum richtigen Waldweg.

Je nach Witterung sind dabei gute, feste Schuhe mit guten Profil durchaus angebracht. Auch so dieses Mal. Der eisige und daher zum Teil sehr glatte Weg war sehr rutschig und nicht immer war jeder unserer Schritte fest und sicher.

Der Blick zum See in die Herrschinger Bucht ist sehenswert.


Nach gut zwei Drittel der Wegstrecke erreicht man die Hochebene vor dem Dörfchen Andechs. Wir hatten hier, wie schon öfters um diese Jahreszeit, eine phantastische Aussicht bis zu den Alpen im Süden.



Da es in den letzten Tagen geschneit hatte, präsentierte sich die kleine Ebene in strahlendem Weiß.


Der letzte Teil der Wegstrecke führte uns schließlich durch den Ort Andechs ins Kiental runter.


Auf der anderen Seite des Flüsschens war unser Ziel, oben am Berg schon zu sehen: Kloster Andechs

Ein letzter, steiler, total vereister Aufstieg und wir konnten vom Klostergarten aus die Fernsicht genießen.

Wir waren schon etwas außer Puste und froh über die kurze Verschnaufpause, bevor wir uns dem eigentlichen Ziel, dem Bräustüberl zu wandten.

Viele andere hatten auch den schönen Tag zu einem Ausflug auf den heiligen Berg genutzt. Bräustüberl, Schwemme, sonstige Nebenräume - alles berstend voll. Aber durch glückliche Fügung bekamen wir dann zu sechst im Bräustüberl den besten Tisch, direkt neben dem Kachelofen.

Nach reichlich Brotzeit, Schweinebraten, Schweinshaxe, Bier und Schnaps haben wir dann zurück den etwas kürzeren Weg durch das schön verschneite Kiental am Flusslauf entlang genommen.

Samstag, 2. Januar 2010

Vespa im Winter

Regelmäßig Mitte Herbst und spätestens mit dem ersten Schneefall gibt es in allen Foren hektische und ratlose Nachfragen was man nun denn mit seinem Roller oder Moped anfängt.


Begleitet von den Schmähkommentaren der Ganzjahresfahrer, "Nur Warmduscher haben ein Saisonkennzeichen" sorgen sich alle um Ihre Gefährte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt entdecken fast alle die menschliche Seite Ihrer Maschinen - und Ihre Maschinen haben auf ein Mal Namen.

Da muss dann nicht der Roller im Freien stehen, nein es wird persönlich: "Rolf friert sich die Kerzen ab - Geht aber bei mir nicht anders" - bin Ganzjahresfahrer entschuldigt sich der Rollerhalter im Forum - und er wird natürlich vom Saisonkennzeichen Fahrer, am Boden zerschmettert liegend moralisch noch weiter geprügelt: "Meine Rosinante steht in der warmen Garage, selbstverständlich abgedeckt und an einem Akku-Erhaltungs-Pflege Gerät!" oder "Nein! So was kann ich doch meiner italienischen Diva Signorina Paola nicht antun!"


Die Sorge, dass "Rolf" morgens nicht mehr anspringen könnte, ist natürlich gepaart mit der Vorstellung, dass "Rolf" Morgens weg ist, da ja solche von gedankenlosen Besitzern im Stich gelassenen Fahrzeuge von besorgten Zeitgenossen über Nacht eingesammelt und dann in von der Motorrad Industrie gesponserten Wäremräumen überwintern dürfen.

Selbstverständlich bieten die Motorrad Zubehör Versandhandelsketten den Roller und Moped Besitzer alle möglichen, wichtigen, absolut notwendigen und unnützen Komponenten und sonstiges Zubehör an, um das geliebte Zweirad in der nicht ausreichend temperierten Garage oder wenn es sein muss im brutalen Freien angemessen über die Runden zu bringen.

Die Bandbreite reicht von A - wie Akku Lader mit Pflegefunktion und Entsulfatierung über F - Faltgarage und W - Winterbenzinadditiv zu Z - Ziemlichnötig.

Die Diskussionen welche Reifen man denn im Winter fährt wird begleitet von den Diskussionsbeiträgen der ganz Harten, die auch im Winter nur bekleidet mit T-Shirt und Sicherheitsbadeschlappen Roller fahren "Braucht man nicht!" - bis hin zur bangen Frage, der auch im Winter fahrenden, mit langer U-Wäsche bekleideten Weicheier: "Darf ich die Griffheizung heute zu Tage überhaupt noch benützen?", weil Sie sich um die Klimaerwärmung sorgen und wegen des mit der Griffheizung verursachten erhöhten CO² Ausstoßes Gedanken machen.


Alle hoffen auf das Frühjahr, wärmere Temperaturen und darauf, dass die Eisflächen sich auf die Eisstadien und Schlittschuhlauf-Seen beschränken.

Na das muss ja bald sein, die Tage werden nämlich schon wieder länger.