Montag, 28. Dezember 2009

Weihnachtsausflug - Zwei

Am Sonntag leuchtete zwar nicht so die Sonne wie am Samstag, aber die hohen Temperaturen von 4° in München, und die eisfreien Straßen ließen unsere Mädels lautstark mit ihren Hufen in der Garage scharren.

Also Mittags nicht lange gefackelt, Garmin eine 170 km Route rechnen lassen, Brotzeit und Thermosflasche mit heißem Johannisbeer-Schorle eingepackt und um eins waren wir auf der Straße. Als Ziel hatten wir uns die Erdfunkstelle Raisting ausgesucht.


Die äußeren Bedingungen waren anfangs dann doch kälter als erwartet, 2° und wie üblich war meine Carla die Kalte und zeigte konstant immer 1° weniger an als als Susannes warme Tante Victoria. Aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter sondern nur ungeigenete Kleidung. Mit langer Unterwäsche, handgestrickten dicken Socken und unseren Goretex Jacken und Hosen war es trotz niedriger Temperaturen  angenehm.

Die guten Straßenverhältnisse, auch in langen Waldpassagen war es komplett eisfrei und trocken, ließ uns den ersten Teil der Route gut gefallen. Von Zuhause ging es über Brunnthal, Hofolding nach Otterloh in Richtung Dietramszell. Garmin hatte uns eine Route ausgesucht, die wir so in dieser Richtung noch nie gefahren waren.

Besonders der Teil zwischen Hofolding und Otterloh, kleines Sträßchen direkt durch den Hofoldinger Forst über die Salzburger Autobahn war ein Highlight. Auf dem Weg nach Dietramszell sind wir dann durch Orte gefahren, da hatten wir den Eindruck, die wurden als Filmkulisse ins bayerische Alpenvoland gestellt:  

Einige Bauernhöfe und Austragshäusel um den gefrorenen Dorfteich herum gebaut, Eisstockschützen und Kinder auf dem Eis, herumlaufende Hühner beobachtet von einer Katze...

Einfach schön.

Dann ging es über die Isarbrücke weiter in Richtung Königsdorf.

 
Hier war dann schnell ein Plätzchen, vor dem Alpenpanorama gefunden ...


 Zeit für eine Pause um sich in der Sonne mit unseren Broten und aus der Thermoskanne zu stärken.
 
 Inzwischen hatten wir schon richtig weiß-blauen Föhnhimmel.

Je näher wir den Bergen kamen um so mehr trieb der leichte Föhn die Temperaturen  bis auf 7°
 
Der Föhn ist übrigens ein Fallwind, der bei geeigneter Wetterlage über die Alpen nach Norden, Richtung München bläst. Auf Grund thermodynamischer Effekte erwärmt sich die aus den Bergen, in die tieferen Regionen strömenden Luftmassen, dabei um 1° Celsius je 100m Höhenunterschied. Insofern hat der bayerische Föhn durchaus was mit dem elektrisch betriebenen Heißluftgebläse zum Haare-trocknen zu tun.

Was da wohl wem seinen Namen gab?

 
Und wie man auf den Fotos gut sieht, macht der Föhn dann sehr schnell der weißen Pracht den Gar aus.


Die niedrig stehende Sonne beleuchtet die Wiesen, lässt dabei das Grün schon richtig frühlingshaft erscheinen und produziert lustige Schattenspiele. Eigentlich kann man gar nicht glauben, dass es sicher noch Mal richtig Schnee geben wird und es vielleicht lange dauern könnte bis wir wider einen so schönen Ausflug mit unseren beiden Vespa Mädchen machen können.
 
Unsere Finger waren bald wieder warm, gestärkt und mit warmen Bauch ...


... fuhren wir weiter in Richtung Osten auf den Stanrberger See zu.

Allerdings ließ uns dann unser gemütliches Tempo und die schöne Pause nicht mehr die Zeit den Abstecher zur Erdfunkstelle Raisting machen zu können. Denn wir hatten noch eine Verabredung mit Kaffee und Kuchen, zu der wir nicht zu spät kommen wollten.

Die Rückfahrt in der Nacht war dann bei Temperaturen knapp über 0°, auf einsamen, menschenleeren, kleinen Straßen sehr schön. Leider kein Mondlicht zu sehen aber es blies uns ein kräftiger Wind um die Ohren, der sogar einige Schneeflocken um uns herumwirbelte und ein Brummen in den Helmen erzeugte, dass der Erlkönig mir in den Sinn kam:

"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?"
....
Ist es der Vater mit dem Kind? Nein, zwei Vespen mit Ewald und Susanne ....
....
"Willst feiner Knabe du mit mir geh'n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

....
Susanne, Susanne ... "und siehst Du nicht dort Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?"
....
Meine Gatte, mein Gatte ... "ich seh'es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau"


Der Susanne grauset's, sie ... "reitet geschwind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not"


Nichts wars mit der Dorfdisco - aber eine schöne Tour!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöner Berícht, schöne Fotos

Reiner Ritter hat gesagt…

War am 2. Weihnachtsfeiertag auch unterwegs, allerdings mit dem Motorrad. Schöne Bilder!

ewald hat gesagt…

Hallo Reiner!

Danke Dir für Deine Rückmeldung. Wo hast Du dich rum getrieben? Was für eine Maschine fährst Du?

Bei mir steht in der Garage noch eine Yamaha SR125, mit dicken Blinkern und einem wirklich retro-hässlichen Cockpit ;-) Hänge aber irgendwie an der Kleinen, nicht Fuffi - Nicht Roller und noch kein Motorrad. :-)

Ewald