Freitag, 21. August 2009

Fahrsicherheits - Training mit Roller

Susanne und ich haben als Vorbereitung für unseren Klasse-A Führerschein im August ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC gemacht. Es hat auf dem ADAC Übungsplatz in Regensburg stattgefunden.

Um 9 Uhr gings los. Nette Teilnehmer, sehr netter, kompetenter, junger Trainer.

Zuerst kurzes Vorstellen der sieben Teilnehmer, was man sich vom Training erwartet, ob man schon mal Probleme hatte, einen Unfall und so.

Bei sieben Teilnehmer hatten zwei schon schwere Unfälle, mit großen Maschinen. Einem sehr jungen Fahrer stand im Wald in einer unübersichtlichen Kurve ein Rehbock bei 80 km/h im Weg. Das große Motorrad Totalschaden, er hatte nur ein paar blaue Flecken. Dem anderen ist mit einer großen Duccati die Straße ausgegangen, DUC im Moto-Himmel, er Schlüsselbeinbruch und sonst einiges.

Dann ging es auch auf die Piste. (Ein etwas in die Jahre gekommener Übungsplatz, Clo-Container, großes Holzhaus/Barracke als Besprechungsraum - na ja dafür ist das Training in Regensburg auch 15€ billiger als in Augsburg.

Zuerst mal warm werden mit dem kleinen Rundkurs, dann Lockerungsübungen, linke Hand vom Lenker und winken, Füße mal rechts, mal links raus, stehend fahren, geht sogar mit dem Roller :D

War ein guter Einstieg.

Dann war mal kreiseln angesagt, Kreis so schnell fahren bis es schleift, dann Einführung, wie man durch Verlagerung die Maschine aufrichten kann, es dann nicht mehr schleift und man doch um den Kreis kommt ....

Zuerst im Uhrzeigersinn und dann auch mal anders herum. Nicht nur damit man keinenDrehwurm bekommen hat, sondern es gab für jeden eine bevorzugte Drehrichtung, die er /sie dann auch besser beherrschte.

Dann wurde erläutert warum der Lenker, Lenker heißt und nicht "Festhaltestange" - Die daraus folgende Übung: Lenkimpuls. War echt toll!

Lenker mit der linken Hand nach vorne schieben, rechte am besten loslassen sonst traut man sich nicht ... Wohin fährt das gute Stück?

Also noch Mal langsam .... Lenker mit der linken Hand nach vorne schieben ?????

Also nach rechts lenken ..... Genau der Roller macht


einen Satz in die LINKS-Kurve und fährt nach links.

Das Ganze wurde an einer Hütchen Barriere zig-Mal geübt. Hat einfach riesig Spaß gemacht und echt was gebracht.

Dann wurde bremsen geübt, abwechselnd vorne und hinten, langsam sich rantastend bis zum blockieren der Räder, vorne ganz vorsichtig, da ein blockierndes Vorderrad eigentlich immer einen Sturz bedeutet, das blockierende Hinterrad beherrschbar ist. Alles natürlich immer unter Anleitung und Aufsicht.

Wir haben viel gelernt über den Roller in Grenzsituationen beim Bremsen.

Alle Teilnehmer haben da richtig Gummi auf der Strecke gelassen. Übrigens in der Zeit von 9 bis 17 Uhr mit ca. 60 Minuten Pause haben wir da fast 70 km abgespult.

Da zwei Maschinen mit ABS da waren konnten wir life den Unterschied zwischen ABS und nicht ABS sehen. Ich hab den Trainer ein Loch in den Bauch gefragt. Kurz zusammengefasst: Ja ein gut geübter Fahrer steht auf trockener Fahrbahn mit griffigen Belag mit identischer Maschine OHNE ABS schneller als MIT ABS.

Dann haben wir die Fahrbahn nass gemacht!

Auch wieder Bremsen geübt, immer immer wieder. Du kannst halt einfach alles ausprobieren, mit Anleitung mit Kritik und mit Bestätigung.

Selbst bei nur ganz leicht nasser Fahrbahn, für die nicht ABSler keine Chance mehr auch nur annähernd an die Bremsleistungen der ABS Teilnehmer ranzukommen.

Seit da bin ich 100%ig überzeugt, dass es richtig war die 250er ABS zu kaufen.

Am Nachmittag gab es dann noch vieles zum richtigen Verhalten bei plötzlichen Hindernissen: Mit Lenkimpuls Hacken schlagen - wie rum um das Hindernis - rechts - links oder doch volle Pulle bremsen ....

Aussage: hängt natürlich von der Situation ab, aber im Prinzip unter 80 km/h hast Du nur einen Schuss frei. Also entweder drum-Rum oder volle Pulle bremsen. Daher bei der Entscheidung bleiben und hoffen ...

Dann waren noch eindrucksvolle Vorführungen vom Trainer, was ist der Unterschied zwischen 30 und 50 km/h Geschwindigkeit. Er zuerst mit 30 an einer Hütchenreihe 1 Sekunde Zeit (übliche Reaktionszeit) vorbei und dann volle Pulle gebremst bis zum Stillstand. Da dann Hütchen hingestellt.

Dann das ganze Manöver mit 50 km/h. Wir durften vorher raten wo er zum Stehen kommen würde. Keiner hat richtig geraten.

Er 50 km/h, nach der Hütchenreihe 1 Sekunde weiter, dann voll in die Eisen.

Um es kurz zu machen, die Sekunde war noch nicht rum, da war er schon an dem Hut vorbei, der markierte woher er mit 30 gestanden ist. Da fängt man noch Mal ganz neu an über 30er Zonen zu denken.

Am Ende zum Ausklang gab es dann noch langsame Übungen,mit Anhalten ander Hand vom Trainer und wieder losfahren. Natürlich ohne Füße am Boden. Oder 180° Grad Kehre, mit höher drehendem Motor und betätigter Hinterbremse, da kannst du auf ein Mal Kreise fahren, das habe ich vorher nicht für möglich gehalten.

Viel zu schnell war es 5 Uhr Nachmittag, der Trainer hat sogar noch 1/2 Stunde länger gemacht.

Dann hieß es wieder Roller aufladen und nach Hause!





Sobald unsere ABS Vespen da sind, machen wir sicher den nächsten Kurs.

Ich kann so ein Training nur jedem empfehlen!

Ewald.

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