Mittwoch, 5. August 2009

Navigation mit dem Roller - welches Navi?

Wir erkunden mit unseren Vespen gerne auch unsere nähere Umgebung und wollen dabei nicht auf ein Navigations Gerät verzichten. Neben den offensichtlichen Navigations Vorteilen bietet so ein Gerät auch über Bluetooth die Möglichkeit eine Handy mit an Bord zu haben. Dieser Post soll ein paar Auswahl Argumente liefern und Hinweise geben worauf man bei der Auswahl achten sollte.

Ich habe von Garmin den Zümo 660 und für das Auto einen TOMTOM 920.

Als für uns fest stand, dass wir ein Navi am Roller wollen, haben wir erst den vorhandenen TOMTOM ausprobiert. Halterung beim RAMMOUNT besorgt und los.

Allerdings war dann nach 1 Stunde Essig, denn Akku leer .... upps .... Daher war dann auch schnell klar, dass man für TOMTOM eine Stromversorgung zum Bordnetz braucht.

Darum mal zum Test den Garmin Zümo 660 besorgt. Laut Datenblatt sollte der 4 bis 6 Stunden gehen. Testergebnis Zümo 660: 70 Minuten!

Da war mir dann ziemlich klar, nur mit einen direkten Anschluss an der Bordelektronik ist das eine sinnvoll ein setzbare Variante. Jetzt habe ich eine wasserdichte, schraubbare Stromversorgung aus der Gummimanschette am Spiegel. Mir war es zu gefährlich und umständlich die Stromversorgung über ein rumhängendes Kabel zur dicken Dose (Die üblich als 12V Steckdose bezeichnet Variante ist eigentlich gar nicht die Steckdose sondern der Anschluss für einen Zigarettenanzünder)in der Schulter am Beinschild zu machen. Aber viele Vespakollegen machen das so und sind damit glücklich.


Das Gegenstück habe ich unter Verlust der Garantie in die Motorrad / Roller Halterung des Zümo 660 eingebaut.

Falls jemand so einen Kabelsatz:
  • 2m Kabel mit IP67 angeschweißter 3-poliger Buchse,
  • 3-poliger Stecker IP67 zum Löte
  • Schutzkappen für Stecker bzw. Buchse
will, PN an mich, kostet € 45 plus Mwst. und Versand

Beim Garmin ist da ein riesen Paket an Zubehör dabei. Alles was man so braucht oder auch nicht fürs Moped und Auto. Was fehlt ist der TMC, geht nur über Aufpreis und USB. Mechanisch ist die Halterung fürs Moped von RAMMOUNT. Damit kann man ohne Schwierigkeiten mit etwas Silikonschlauch und einen zusätzlich zu besorgenden Adapter alles an den Spiegel schrauben. Der Zümo wird dann einfach in diese Halterung eingeklinkt, keine Schutzstrippe, Nichts! Nach fast 3.000 km mit Zümo ist er trotz manchmal holpriger Piste immer dran geblieben. :-)

Wasserdicht hätte ich beim TOMTOM mit Tasche oder Gehäuse lösen wollen, finde ich jetzt aber nicht so toll und der Zümo 660 ist einfach wasserdicht. Habe schon mehrere bis zu 3 Stunden Regenfahrten mit dem Zümo660 hinter mir. Kein Problem! Ist einfach dicht! Ohne Tasche! Ohne zusätzliches Gehäuse.

Wasserdicht ist ein wichtiges Argument! Wenn man es einfach und sicher haben will - im Regen. Brauchen also die reinen Schönwetter Fahrer überhaupt nicht. Bei einem Bekannten war der kondom-lose TOMTOM nach 30 Minuten Regen im Elektronikhimmel :shock:

An der Zümo Halterung ist ein Kabelmonstrum, welches mit einer Strippe Stromversorgung, einer weiteren Strippe USB und mit noch einer Strippe Audio verbindet. Diese drei Kabel kriegst Du nie durch ein sinnvolles Loch (Durchmesser ca. 20mm nötig) in der Vespa wenn es hinterher noch dicht sein soll ... daher dann meine Eigenkonstruktion.

Audio löse ich rein per Buetooth.

Der Garmin funktioniert problemlos mit unserem N-Com Bluetoothkit in den Nolan Helmen. Manchmal geht die Bluetooth Verbindung verloren, wenn man diese dann wieder händisch herstellt, textet einen Garmin voll, mit den nicht übertragenen Anweisungen - aber ansonsten klappt es perfekt. Der TOMTOM kam bluetooth mäßig mit den N-Com gar nicht zu recht.

Das kann aber genauso gut an dem N-COM liegen und nicht an TOMTOM - aber mit Garmin klappt es halt.

Beim Garmin ist ein Software zur Routenplanung dabei. Eine Route kann natürlich auch direkt im Garmin geplant werden. Software funktioniert, muss umständlichst freigeschaltet werden, niemals den kleinen DIN A6-großen, gelben Zettel aus der Verpackung wegwerfen! Ich würde mir die Software komplett anders wünschen, aber es gibt nichts anderes, besseres. Aber man kann damit Routen planen und in den Garmin samt Wegepunkte übertragen.


Aus dem Garmin kann man die gefahrenen Strecken, als Traces an den PC zurück übertragen und damit seine gefahrenen Kilometer dokumentieren. Wer es braucht und wem es gefällt, ist davon sicher begeistert.

Und man schafft es auch eine Route aus googlemaps in den Garmin zu übertragen - und wenn es Dir reicht, dass am Ende nur das Ziel im Garmin ankommt ist das ein guter Weg der lange dauert. Ungeduldige Zeitgenossen geben das Ziel direkt im Garmin ein, ohne USB-Kabel, ohne Browser PlugIn - einfach so. Aber warum einfach, wenn es umständlich geht? Daran sind aber nach meiner Einschätzung die google Leute schuld.

Wer TOMTOM gewöhnt ist, muss sich mit dem Garmin ziemlich umstellen. Die Anzeige ist komplett anders. Garmin zeigt Dir sofort die nächste Abzweigung an, sowohl als Texthinweis wie auch auf der Karte. Als TOMTOM User meinst Du dann, dass es gleich wieder links geht. Du entspannst Dich erst wenn Du gelernt hast, den Hinweis in 20km zu interpretieren. Ist aber einfach Gewöhnungsbedürftig.

TOMTOM 920 ist definitiv schneller, beim Garmin kommt es schon mal vor, dass er erst an der Karte rumpinselt wenn Du schon lange vorbei bist. Nicht häufig, aber habe ich schon das eine oder andere Mal erlebt.

Ach ja nicht zu Letzt eventuell auch wichtig für die Kommunikation Junkies :lol: Bluetooth Handy Anbindung an den Garmin und damit dann auch in den Helm ohne Probleme, auch mit Handy eigenen Sprachbefehlen. Klappt prima bei uns mit Motorola motorazr V9 gut, automatisch Rufannahme und allem üblichen Gedöns.

Kartenmaterial ist super und was ich mir vorstellen kann in mehreren Tagen mit der Vespa erreichen zu können, alles da. Wie es tatsächlich in Nordhinterdschingiskan ausschaut - weiß ich nicht, aber EU ist sicher komplett.

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